Vikar Diederik Noordveld
„Hannover Groß-Buchholz, Pastor Karl-Martin Harms“. Das stand auf dem Umschlag, den ich am Ende des letzten Sommers im Predigerseminar der Landeskirche bekommen habe. Am Tag darauf bin ich gleich nach Hannover gefahren und habe dort meinen Vikariatsleiter Herrn Harms getroffen: Er hat mich aufs Fahrrad gesetzt, mir auf einer Radtour Ihren schönen Stadtteil gezeigt und ich habe mich sehr gefreut,
dass auf meinem Umschlag „Hannover Groß-Buchholz“ stand. Wie Sie vielleicht an meinen Namen sehen, komme ich ursprünglich nicht aus Deutschland. Ich wurde in Groningen in den Niederlanden geboren und bin dort aufgewachsen. Nach meinem Theologiestudium bin ich zunächst nach Heidelberg gegangen, wo ich eigentlich nur ein halbes Jahr bleiben wollte. Es hat mir dort allerdings so gut gefallen, dass ich geblieben bin und einige Jahre am Ökumenischen Institut und Wohnheim der theologischen
Fakultät als Studienleiter gearbeitet habe. Im Herbst hat nun mein Vikariat zunächst mit Religionsunterricht an der Käthe-Kollwitzschule begonnen, ab jetzt beginnt die Gemeindephase: Nachdem ich meinen Vikariatsleiter und den Stadtteil schon ein wenig kennen gelernt habe, bin ich schon sehr gespannt, jetzt auch die Kirchengemeinden Groß-Buchholz und Dietrich-Bonhoeffer besser kennen zu lernen.
In den kommenden zwei Jahren werde ich in Ihren Gemeinden sein, mit Ihnen Gottesdienst feiern und an Ihrem Gemeindeleben teilnehmen. Ich freue mich auf Sie und Euch.
Mit herzlichen Grüßen, Ihr/Euer Diederik Noordveld
7 Wochen ohne
Mehr als zwei Millionen Menschen beteiligen sich jährlich an der Fastenaktion „7 Wochen ohne“ der evangelischen Kirche. Seit 29 jahren lädt die Aktion ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag bewusst zu erleben und zu gestalten. „7 Wochen ohne“ – das heißt: eingeschliffene Gewohnheiten zu zu durchbrechen, die Routine des Alltags zu hinterfragen. Das Motto 2012 heißt: „Gut genug! Sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz“.
An(ge)dacht
Jahreslosung 2012:
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 2. Korinther 12,9
Liebe Leser:
Wie funktioniert unsere Welt? Wichtig sind doch die Erfolgreichen, die starken Persönlichkeiten, die Leistungsträger. Kommt es nicht darauf an? Es war doch schon immer so: In der Welt geht es um Macht. Die Großmächte treiben ihre Politik der Stärke. In Wirtschaft und Technik werden immer größere Höchstleistungen vollbracht. Wie weltfremd mag manchem da die Jahreslosung vorkommen! Wie unrealistisch bescheiden erscheint demgegenüber dieses Wort des Paulus. Aber ist es nicht umso ehrlicher? Paulus musste seine Grenzen erleben und mit Einschränkungen leben, manche hatten ihn belächelt, verachtet oder sogar angegriffen. Wir hätten ihn heute sicherlich nicht als einen „Gewinner-Typ“ bezeichnet. Aber welche Wirkungen sind von ihm ausgegangen: Paulus ist zu einem bedeutenden Apostel geworden. Gott hat ihn gebraucht, um sein Evangelium zu uns zu bringen. Darin lag seine „Stärke“, dass er gelernt hat, sich selbst zurückzunehmen und ganz auf Gott zu vertrauen. Ich lerne hierbei, dass es nicht nur die Dinge gibt, die mir das Leben schwer machen, es gibt nicht nur meine Schwachheit, es gibt nicht nur all die vielen Dinge, die ich als Last empfinde und die mir zu schaffen machen, von denen ich meine, ich käme damit nicht zurecht, und mit denen ich oftmals auch nicht zurechtkomme. „Es gibt auch meine Kraft“, sagt der Herr, „und wenn deine Schwachheit und meine Kraft zusammenkommen, dann schaffe ich etwas Neues daraus.“ „Meine Kraft ist in den Schwachem mächtig“, das ist Evangelium, das ist frohe Botschaft. Dabei gebe ich zu bedenken, dass dies Wort erst nach ernsthaftem Beten und Flehen gesprochen, bzw. geschrieben worden ist. Paulus hat hier eine Erfahrung weitergegeben, die er selbst machen musste: Gott hat es ihm zugemutet, dass er mit einem schweren Leiden leben musste. Aber gerade in dieser Schwäche hat Paulus die Erfahrung der Nähe Gottes gemacht. Noch ein Gedanke: Für Paulus ist Schwachheit nicht nur eine pädagogische Maßnahme seines Herrn, damit er nicht überheblich werden würde. Er meint auch nicht, Gottes Kraft käme trotz seiner Schwachheit zum Ziel. Er sagt: Gottes Kraft kommt in meiner Schwachheit zum Ziel. Wo ich nicht weiter kann, da darf ich auf diese Erfahrung vertrauen: Wir haben einen Gott, der sich auf die Seite der Schwachen stellt, der in seiner Liebe jeden Menschen bedingungslos annimmt. So kommt unser Gott auch in unserem Leben oft unscheinbar zum Ziel. Darum noch einmal zu der Frage vom Anfang: Unsere Welt funktioniert so, dass Gott diese Welt im Letzten doch trägt und erhält. Zu häufig sind die erfolgreichen und starken Persönlichkeiten schon zu Tyrannen geworden, die Menschen ins Unglück gestürzt haben. Jesus Christus schenkt uns eine andere Weise, wie wir miteinander leben können: Wir dürfen ehrlich sein mit uns selbst, auch bei allen Schwächen. Wir dürfen wissen, dass Gott uns dazu seine Kraft, Zuwendung und seinen Segen geben will.
R. Sossna
Himmelfahrt ökumenisch
Am Himmelfahrtstag, 17.05., feiern die Brückengemeinden mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin Hannover Ost einen ökumenischen Gottesdienst. Wir laden dazu ein um 11.00 Uhr in die St. Johanniskirche,
Anderter Str. 40. K.-M. Harms